Freitag, 23. April 2010

17. Juni

Bolgona-Universität in der Kritik
Prof. Dr. Ulrich Bröckling (MLU Halle-Wittenberg)


Lebenslang oder lebenslänglich? Zur Kritik des Lebenslangen Lernens

Der Übergang in die Wissensgesellschaft, so eine gängige Zeitdiagnose, führt zu einem beschleunigten Wandel der Lern-, Lebens- und Arbeitsformen. Weil die Wissensbestände rasch veralten, werde es unverzichtbar, sich nicht auf einmal Gelerntes zu verlassen, sondern das Lernen als kontinuierlichen, die gesamte Lebensspanne umfassenden Prozess zu organisieren. Wenn Wissen die entscheidende Ressource ist, werden Wissenserwerb und -vermittlung zu politischen Zielen ersten Ranges und die Menschen zu Bildungsunternehmern in eigener Sache. Die Programme des Lebenslangen Lernens beerben den aufklärerischen Anspruch von Bildung und geben ihm eine spezifische Wendung: Aufklärung sei der Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unmündigkeit, hatte Kant am Ende des 18. Jahrhunderts geschrieben. Die unternehmerische Selbstaufklärung und -mobilisierung, wie sie den Programmen des Lebenslangen Lernens eingeschrieben ist, fordern den Ausgang des Menschen aus seiner selbstverschuldeten Unproduktivität.

Donnerstag, 15. April 2010

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Regulärer Veranstaltungsort